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Wie messe ich richtig aus?
Unterschied V2A / V4A

Werkstoffkunde

Edelstahl kann nicht rosten – Mythos oder Wahrheit?

Dass Edelstahl nicht rostet ist kein Mythos! Die Wahrheit aber ist, dass nicht jeder Edelstahl gleich gut für die verschiedenen Anwendungsbereiche geeignet ist. Vor allem im Außenbereich können wir nicht ausschließen, dass Chloride oder Schwefeldioxid Einfluss auf Haltbarkeit und Optik der nichtrostenden Stähle nehmen. Doch selbst für Handläufe und Geländer im Eigenheim, werden sehr unterschiedliche nichtrostende Stähle benötigt.

Die nichtrostenden Stähle reagieren sehr unterschiedlich auf Umwelteinflüsse.
Es ist deshalb sehr wichtig, dass sie sich bereits VOR der Auftragsvergabe über den richtigen Werkstoff für Ihr Bauvorhaben informieren!
Wählen Sie jetzt den richtigen Werkstoff aus und erfreuen sich noch viele Jahre später an Ihren Handlauf oder Ihrem Edelstahlgeländer.

Edelstahl im Wohn- bzw. Innenbereich

Im Wohn- oder auch Innenbereich sind normalerweise keine Schadstoffe vorzufinden, die zu einer Korrosion des Edelstahls führen. In diesem Bereich können also Werkstoffe der Korrosionswiderstandsklasse I verwendet werden (z.B. Werkstoff X2CrNi12 = 1.4003 oder X6Cr17 = 1.4016)

Eine Materialkombination aus Edelstahl und Holz sollte in der Korrosionswiderstandsklasse I jedoch unbedingt vermieden werden, da Holz einen leicht sauren pH-Wert (pH < 5) haben kann. Der saure pH-Wert führt zur Korrosion des Edelstahls. Verwenden Sie daher für eine Holz-Edelstahlkombination stets die Korrosionswiderstandsklasse II.

Zudem sollten in Bereichen, in denen ein Feuchtigkeitsgehalt von mehr als 90 % vorherrscht, Werkstoffe der Korrosionswiderstandsklasse II (z.B. Werkstoff X5CrNi18-10 = 1.4301 oder X2CrNi18-19 = 1.4307) eingesetzt werden. Begründung: In dem entstehenden Wasserfilm auf der Oberfläche des Edelstahls können sich Salze oder auch Schwefelwasserstoffe anreichern. Diese korrodieren bei zu hoher Belastung schließlich den Edelstahl.

Edelstahl im ländlichen Außenbereich

In ländlichen Gegenden kann man von einer geringen Schadstoffbelastung ausgehen. Nichtrostende Stähle der Korrosionswiderstandsklasse II werden in diesen Bereichen eingesetzt (z.B. Werkstoff X5CrNi18-10 = 1.4301 oder X2CrNi18-19 = 1.4307).

Beachten Sie jedoch folgendes: Die Chloridbelastung sollte in der Umgebung Ihres Hauses möglichst gering sein und maximal im mittleren Bereich liegen. Zu bedenken ist hierbei, dass Chloride im Winter in großen Mengen als Auftausalze im Straßenverkehr verwendet werden und anschließend durch den Menschen durch schlichtes darüberlaufen weiter verteilt werden.

Bei einer Verwendung der Korrosionswiderstandsklasse II sollten Sie zudem einen Mindestabstand von 10 km zum Meer einhalten sowie einen Mindestabstand zu größeren Städten von 5 km.

Eine weitere mögliche Belastungsquelle für Ihr Edelstahlbauteil ist Schwefeldioxid (SO2). Dieses entsteht vor allem während der Verbrennung von fossilen Brennstoffen, wie etwa Kohle oder Erdölprodukte. Ein Wert von 19 µg / m³ sollte dabei keinesfalls überschritten werden.

Edelstahl im städtischen Außenbereich

Im Stadtbereich kann von einer mittleren Schadstoffbelastung ausgegangen werden. Setzen Sie hier am besten nichtrostende Stähle der Korrosionswiderstandsklasse II oder III ein.

Wichtig dabei ist der Schwefeldioxidgehalt (SO2) der Luft. Ist die Schwefeldioxid-Belastung gering (SR0 = kleiner 10 µg/m3), so genügen nichtrostende Stähle der Korrosionswiderstandsklasse II (z.B. Werkstoff X5CrNi18-10 = 1.4301 oder X2CrNi18-19 = 1.4307). Bei einem Schwefeldioxidgehalt ab 10 µg/m3 bis 90 µg/m3 (SR1-mittel) bzw. einer hohen Chloridbelastung (SC2-hoch) sind nichtrostende Stähle der Korrosionswiderstandsklasse III erforderlich (z.B. Werkstoff X2CrNiMo17-12-2 = 1.4404 oder X6CrNiMoTi17-12-2 = 1.4571).

Beachten Sie jedoch folgendes: Die Chloridbelastung sollte in der Umgebung Ihres Hauses möglichst gering sein (SC0-gering) und maximal im mittleren Bereich liegen (SC1-mittel). Zu bedenken ist hierbei, dass Chloride im Winter in großen Mengen als Auftausalze im Straßenverkehr verwendet werden und anschließend durch den Menschen im Bereich des Bodens weiter verteilt werden.

Ein regelmäßiges Reinigen dieser Werkstoffe im städtischen Außenbereich empfehlen wir Ihnen vor allem für dekorative Bauteile. Aus Gründen des Korrosionsschutzes ist die regelmäßige Reinigung allerdings nicht erforderlich.

Empfehlung: Bauteile, die nach der Montage nicht mehr zugänglich sind, sollten grundsätzlich in der Korrosionswiderstandsklasse III montiert werden.

Edestahl im industriellen Außenbereich

Da in Industriegebieten stets von einer hohen Schadstoffbelastung ausgegangen werden kann, sind in diesen Regionen nichtrostende Stähle der Korrosionswiderstandsklasse III erforderlich.

Für die meisten nichtrostenden Stähle der Korrosionswiderstandsklasse III gilt: Sie verhalten sich in industrieller Atmosphäre gut und zeigen nur leichte Verfärbungen. Diese Verfärbungen können jedoch durch regelmäßiges Reinigen vermieden werden.

Sollte die Schwefeldioxidbelastung über 90 µg / m³ (SR2-hoch) liegen, so sollten Sie auf nichtrostende Stähle der Korrosionswiderstandsklasse IV (z.B. Werkstoff X1NiCrMoCuN25-20-7 = 1.4529) zurückgreifen.

Edelstahl im küstennahen Außenbereich

In Küstenregionen ist die richtige Werkstoffauswahl besonders wichtig! Auf der Edelstahl-Oberfläche entsteht durch das Verdampfen des mit Salz angereicherten Wassers eine hohe Salzkonzentration, die zu einer starken Korrosionsbelastung führt.

In unmittelbarer Nähe (weniger als 2 km) zum Meer gehen wir von einer sehr hohen Belastung aus. Nichtrostende Stähle der Korrosionswiderstandsklasse IV (z.B. Werkstoff X2CrNiMoN17-13-5 = 1.4439 oder X1NiCrMoCu25-20-5) finden hier Anwendung.

Ab einer Entfernung von mehr als 2 km zum Meer kommen nichtrostende Stähle der Klasse III zur Ausführung (z.B. Werkstoff X2CrNiMo17-12-2 = 1.4404 oder X6CrNiMoTi17-12-2 = 1.4571).

Von einer Verwendung der Klasse II raten wir in Küstengebieten unbedingt ab! Bei dieser Widerstandsklasse können Spalt- und Lochkorrosionen auftreten.

Edestahl im Schwimmbadbereich

In Schwimmbädern ist die Werkstoffauswahl abhängig vom Einsatzort:
Liegt der Chlorgehalt im Wasser unter 0,2 mg / l, so sollten Sie nur Werkstoffe der Korrosionswiderstandsklasse II (z.B. Werkstoff X5CrNi18-10 = 1.4301 oder X2CrNi18-19 = 1.4307) verwenden.
Private Schwimmbäder haben meist einen Chlorgehalt zwischen 0,5 mg / l und 1,9 mg / l, weshalb wir Ihnen für diesen Bereich molybdänlegierte Werkstoffe der Korrosionswiderstandsklasse III (z.B. Werkstoff X2CrNiMo17-12-2 = 1.4404 oder X6CrNiMoTi17-12-2 = 1.4571) empfehlen.
Geschlossene Schwimmbäder und auch Solebäder beinhalten einen bedeutend höheren Chloridgehalt. Zudem verstärkt eine Wassertemperatur von über 30°C zusätzlich die chemische Aggressivität. Deshalb legen wir Ihnen hierbei eine Verwendung der Korrosionswiederstandsklasse IV (z.B. X2CrNiMoN22-5-3 = 1.4462, X2NiCrMoCu25-20-5 = 1.4539) nahe.

Allgemein zu beachten:

Bei nichtrostenden Stählen der Korrosionswiderstandsklasse II ist davon auszugehen, dass die Oberflächen keine der witterungsbedingten Veränderungen zeigen. Auf der abgewandten Seite können leichte Oberflächenverfärbungen aber nicht immer ausgeschlossen werden. Sehr fein geschliffene Oberflächen (z.B. Korn 600 geschliffen) sind korrosionsbeständiger als rau geschliffene Oberflächen (z.B. Korn 240 geschliffen). Ein regelmäßiges Reinigen der Oberfläche trägt dazu bei, den guten dekorativen Zustand zu erhalten.

Werkstoff 1.4301 (X5CrNi18-10), AISI 304 (V2A) – Korrosionswiderstandklasse II
1.4301 ist der allererste kommerzielle nichtrostende Stahl. Er wird, mit einem Produktionsanteil von 33 %, mittlerweile am häufigsten eingesetzt. Es handelt sich um einen säurebeständigen, unmagnetischen, warmfesten, hitze- und korrosionsbeständigen Chrom-Nickel-Stahl.
Eine nachträgliche Wärmebehandlung ist bei Verwendung dieses Stahltyps nicht notwendig. Zugelassen ist er für Temperaturen von bis zu 600 °C. Die Schweißbarkeit ist mit allen elektrischen Verfahren gewährleistet. Glasschmelzschweißen sollte jedoch nach Möglichkeit nicht zum Einsatz kommen. Dieser Stahl hat sowohl eine gute Polierfähigkeit als auch eine sehr gute Verformbarkeit, z.B. wenn Sie abkanten, rollformen oder tiefziehen. Achten Sie bei der Verarbeitung darauf, mit Werkzeugen aus hochlegiertem Schnelldrehstahl oder Hartmetall zu arbeiten. Grund hierfür: der Stahl neigt zur Kaltverfestigung.
Der 1.4301 ist gegen eine Vielzahl von Aggressoren beständig: Wasser, Wasserdampf, Luftfeuchtigkeit, Speisesäuren, schwach organische und anorganische Säuren. Es ergeben sich daher vielfältige Verwendungsmöglichkeiten. Darunter z.B. in der Getränkeproduktion, der Nahrungsmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie, im Fahrzeugbau, bei Haushaltsgegenständen, bei chirurgischen Instrumenten, Sanitäranlagen sowie für Kunstgegenstände und sogar Schmuck. Durch chemisch-elektrisches Polieren, sogenanntes Elektropolieren, wird die Korrosionsfähigkeit erhöht, was vor allem in der Pharma-, Lebensmittel-, Medizin- und Fassadentechnik erwünscht wird. Für Schwimmbäder ist dieser Stahl allerdings ungeeignet (lesen Sie hierzu die Beschreibung des Werkstoffes V4A).

Werkstoff 1.4401 (X5CrNiMo17-12-2) AISI 316, (V4A) – Korrosionswiderstandsklasse III
1.4401 ist ebenfalls ein rostfreier Stahl mit ausgezeichneter Korrosionsbeständigkeit. Es handelt sich um einen Chrom-Nickel-Stahl mit Zusatz von Molybdän. Diesen Stahl können Sie auch kalt umformen, egal ob durch Biegen, Stanzen oder Tiefziehen. Allerdings ist er nicht leicht zerspanbar.
Wegen der starken Verfestigung des Stahls sollten sie unbedingt auf die entsprechenden Werkzeuge zurückgreifen. Auch kann es passieren, dass der Stahl durch starke Verformung magnetisiert. Und wird der Stahl bei Temperaturen zwischen 500 °C und 900 °C bearbeitet, kann sich die Korrosionsbeständigkeit katastrophal verschlechtern.
Dieser Stahl ist mit allen gängigen Methoden leicht schweißbar, ausgenommen davon ist die Sauerstoff-Azetylen-Flamme. Nach dem Schweißen sollten Sie den Stahl Weichglühen und anschließend Abschrecken, um das Risiko einer Korrosion auszuschließen.

Kann Edelstahl rosten?

Edelstahl kann nicht rosten – Mythos oder Wahrheit?

Dass Edelstahl nicht rostet ist kein Mythos! Die Wahrheit aber ist, dass nicht jeder Edelstahl gleich gut für die verschiedenen Anwendungsbereiche geeignet ist. Vor allem im Außenbereich können wir nicht ausschließen, dass Chloride oder Schwefeldioxid Einfluss auf Haltbarkeit und Optik der nichtrostenden Stähle nehmen. Doch selbst für Handläufe und Geländer im Eigenheim, werden sehr unterschiedliche nichtrostende Stähle benötigt.

Die nichtrostenden Stähle reagieren sehr unterschiedlich auf Umwelteinflüsse.
Es ist deshalb sehr wichtig, dass sie sich bereits VOR der Auftragsvergabe über den richtigen Werkstoff für Ihr Bauvorhaben informieren!
Wählen Sie jetzt den richtigen Werkstoff aus und erfreuen sich noch viele Jahre später an Ihren Handlauf oder Ihrem Edelstahlgeländer.

Richtige Pflege von Edelstahl

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